Höhlen:

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Es war einmal ...

... ein Urlaub im schönen Sonnenbühl. Ich hatte die Gelegenheit die Karls- / Bärenhöhle und die Nebelhöhle kennen zu lernen. Auch wenn diese Schauhöhlen inzwischen eher Schandbilder (Zerstörung und lichtbedingte Höhlenflora) der Natur sind, so wurde in mir doch ein tieferes Interesse geweckt. Nun ist es für mich und meinen familiären Hintergrund nicht so einfach größere Unternehmungen oder weit entfernte Ziele in Angriff zu nehmen, die Kirche sollte im Dorf bleiben.

Während meiner Recherche im Internet stolperte ich über die Seiten von Michael Diefenbach und der Höhlenforschergruppe Karlsruhe. Hier bot sich zum einen ein faszinierender Einstieg ins Thema Speläologie, zum anderen aber auch das enttäuschende Bild, in einer Gegend zu leben, in der man meilenweit für eine Höhle fahren kann. Dies konnte und wollte ich so nicht hinnehmen, aber die üblichen Quellen schienen zu versagen.

Mir war bekannt, dass die Gegend zum Muschelkalkgebiet gehört und dass es in der Gegend auch Hinweise zur Karstbildung gibt. Die Eisinger Löcher sind nur ein Beispiel. Dolinen dieser Art erfordern schon einen Hohlraum, um derartig einzubrechen (Geschichte des neueren Eisinger Lochs). Da Karlsruhe ja nicht nur aus dem Stadtkern im Oberrheingraben besteht, sondern durch die Gebietsreform in den 70er Jahren auch die Bergdörfer (Höhenstadtteile) hinzugewann, reifte so die Idee einer "Höhle in Karlsruhe".

In Erinnerung gewesen ist mir auch, dass das Landesvermessungsamt Baden-Württemberg geologische Kartenwerke anbot und so besorgte ich mir die Blätter 7016 und 7017, die die "Karlsruher Höhen" beinhalten. Das Studium derselben war dann wieder niederschmetternd. Die Karlsruher Höhen bilden in ihrer Form den Übergang zwischen dem Kraichgau (Muschelkalk- und Keupergebiet) zum Schwarzwald (Rotliegend- und Sandsteingebiet). Nun sind Rotliegendes und Sandstein für ihre hohe Errosionsbeständigkeit bekannt. Wie auch beim Studerbildschacht sind überwiegend Höhlen aus Kluft- und Schachtbildung zu erwarten. Nicht so wie im Jura der Fränkischen oder Schwäbischen Alb oder auch im französischen Jura mit Errosionshöhlen. Errosionshöhlen sind in der Regel aber die geräumigeren, so dass auch Otto Normalhöhlenforscher darin zurechtfindet. Auch die Tatsache, dass es in vielen der Höhenstadtteilen Sandsteinbrüche gab machte die Situation nicht erfreulicher, der anstehende Muschelkalk kann dann nicht mächtig genug sein. Es blieb als einzige Möglichkeit der äußere Rand zur Gemeinde Pfinztal.

Und genau dort gibt es einen Zipfel mit Karsterscheinungen am Rande einer Verwerfung (abgesackter Teil). Zweites größeres Problem ist die Lössansammlung in unseren Gebiet. Der Oberrheingraben ist eine ergiebige Quelle für Lösssedimente. Demzufolge ist unsere Gegend wie auch der gesamte Kraichgau mit einer dicken Lössschicht überdeckt. Und damit jeglicher Zugang zu freien Gestein mit Löss "zugekleistert" (Schluff ist auch ein anderes Wort für Löss). Es ist also kein Wunder, dass Höhlen und ihre möglichen Zugänge einfach zugeschüttet wurden und somit sich natürlich auch keine finden lassen.

Also graben ? Damit wird es dann kompliziert. Und auf bloßen Verdacht hin ein Loch in die Erde buddeln ? Da sollte dann schon etwas wertvolles zu vermuten sein. Nun habe ich mal begonnen, die Stellen im Kartengebiet 7017 zu begehen, die vielleicht Aussicht auf Erfolg bieten. Erstens um Ähnlichkeiten des Geländes festzustellen und um eine geeignete Stelle zum Buddeln auszumachen. Es gibt doch immer wieder Neider auf dieser Welt, die jegliche Geburt einer Idee im behördlichen Keim ersticken wollen. Und mit wenig Aussicht auf Erfolg braucht man sich um diese Mühlen erstmal keine Gedanken zu machen. Sollte dann schon mal etwas handfestes sein. Ich werde auf diesen Seiten über die Erfolge meiner Bemühungen berichten.

2006-10-29: Einen ersten kleinen Erfolg gibt es schon zu vermelden, ich nenne ihn mal Meine Höhle.